Wales entzieht Infantino die Unterstützung – Europäischer Druck nach geplatztem WM-Verkauf wächst

Der walisische Fußballverband hat seine Unterstützung für die Wiederwahl von Gianni Infantino als FIFA-Präsident zurückgezogen – als erster von 211 Mitgliedsverbänden. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks aus Europa und von jenseits des Atlantiks nach dem gescheiterten Verkauf der WM-Rechte.

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Carmine Infantino at the Florida Super Con in 2012
Photo: Super Festivals from Ft. Lauderdale, USA / CC BY via Wikimedia Commons · source

Der walisische Fußballverband (FAW) entzieht FIFA-Präsident Gianni Infantino die Unterstützung für seine Wiederwahl. Als erster von 211 Mitgliedsverbänden zieht Wales seine Stimme zurück. Der Schritt erhöht den europäischen Druck auf Infantino, nachdem der geplante WM-Verkauf gescheitert ist.

Der walisische Fußballverband hat seine Unterstützung für die Wiederwahl von Gianni Infantino als FIFA-Präsident offiziell zurückgezogen und die Entscheidung dem Weltverband schriftlich mitgeteilt. Es ist der erste von 211 FIFA-Mitgliedsverbänden, der diesen Schritt geht, während die europäischen Fußballverbände eine Kampagne koordinieren, um den Druck auf Infantino zu erhöhen. Der Schritt folgt auf das Scheitern eines privat finanzierten Projekts, Teile der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen – ein Plan im Wert von 20 Milliarden Dollar, der scharfe Kritik von der UEFA und anderen Verbänden hervorrief. Infantino zog den milliardenschweren Verkauf zurück, nachdem Widerstand von der UEFA, deren Präsident Aleksander Čeferin und den eigenen Beratern der FIFA aufgekommen war. Infantino, seit 2016 FIFA-Präsident, sieht sich nun koordinierter Opposition aus Europa, Nordamerika, Mittelamerika und der Karibik gegenüber, während er Unterstützung bei Verbündeten von Donald Trump sowie bei Katar, dem Libanon und Marokko sucht. Die UEFA hat rechtliche Schritte angedroht und Infantino gewarnt, Beweise nicht zu vernichten, wie aus dem Verband verlautet.

Wales entzieht Infantino die Unterstützung

Der walisische Fußballverband hat der FIFA schriftlich mitgeteilt, dass er seine Unterstützung für die Wiederwahl von Gianni Infantino als Präsident offiziell zurückzieht. Der Verband bezeichnete sich selbst als ersten von 211 FIFA-Mitgliedsverbänden, der diesen Schritt geht. Die Entscheidung folgt auf eine koordinierte Aktion europäischer Fußballverbände, den Druck auf Infantino zu erhöhen, indem sie zuvor abgegebene Unterstützungsschreiben für seine Kandidatur zurückziehen.

Der Schritt des walisischen Verbandes ist das bislang deutlichste Zeichen dafür, dass die Unterstützung innerhalb der FIFA-Mitglieder bröckelt. Infantino ist seit 2016 Präsident, aber seine Position hat sich nach dem Scheitern eines privat finanzierten Plans zum Verkauf von WM-Anteilen erheblich geschwächt. Fußballverbände in Europa, Nordamerika, Mittelamerika und der Karibik haben in den letzten Wochen öffentlich die Führung der FIFA infrage gestellt.

Das Schreiben des FAW macht explizit, was bisher nur gemunkelt wurde: Die Koalition gegen Infantino beschränkt sich nicht mehr auf private Beschwerden. Weitere europäische Verbände werden voraussichtlich dem Beispiel von Wales folgen.

  1. Infantino wird UEFA-Generalsekretär

  2. Infantino wird FIFA-Präsident

  3. Infantino tritt dem Internationalen Olympischen Komitee bei

  4. FIFA erwägt Verkauf von WM-Anteilen an private Investoren

  5. UEFA und andere Verbände kritisieren den Plan

  6. FIFA gibt Investorenpläne nach Widerstand auf

  7. Infantino zieht milliardenschweren WM-Rechteverkauf zurück

  8. Europäische Länder planen, Unterstützungsschreiben für Infantino zurückzuziehen

  9. FAW schreibt an FIFA und entzieht Infantino die Unterstützung für seine Wiederwahl

  10. Infantino sucht Unterstützung bei Trump-Verbündeten und Ländern wie Katar, Libanon, Marokko

  11. UEFA droht Infantino mit rechtlichen Schritten und warnt ihn vor Beweisvernichtung

  12. UEFA beschleunigt Pläne, Infantino zu stürzen

Europäischer und transatlantischer Druck nimmt zu

Europäische Verbände planten, den Druck auf Infantino zu erhöhen, indem sie ihre Unterstützungsschreiben für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident zurückziehen. Der koordinierte Schritt folgte auf das Scheitern des Plans, WM-Anteile an private Investoren zu verkaufen, was das Vertrauen in Infantinos Führung erschüttert hatte.

Fußballverbände in Europa, Nordamerika, Mittelamerika und der Karibik stellten öffentlich die Richtung der FIFA infrage. Die Kritik erstreckte sich über mehrere Konföderationen und zeigte, dass die Unzufriedenheit nicht auf eine einzelne Region beschränkt war. Die UEFA, der mächtigste Kontinentalverband, hatte bereits den Widerstand gegen den Investorenplan angeführt, und andere Verbände folgten nun, indem sie ihre Unterstützung verweigerten.

Der Rückzug des FAW, der sich selbst als erster unter den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden bezeichnete, der diesen Schritt unternahm, verlieh der breiteren Kampagne Gewicht. Ohne die Unterstützung europäischer und transatlantischer Gremien steht Infantino vor einer gespaltenen Basis vor einer möglichen Wiederwahl.

2016
Beginn der FIFA-Präsidentschaft
2009
Beginn der Amtszeit als UEFA-Generalsekretär
2016
Ende der Amtszeit als UEFA-Generalsekretär
2020
Beginn der IOC-Mitgliedschaft
211
Anzahl der FIFA-Mitgliedsverbände
10
Länge von Infantinos Aussage (Wörter)

Der geplatzte 20-Milliarden-Dollar-Plan zum Verkauf der WM

Die FIFA erwog, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen – ein Plan, der scharfe Kritik von der UEFA und anderen Verbänden hervorrief. Kritiker warnten, der Verkauf würde die Kommerzialisierung des Turniers vorantreiben und seinen Status als globales Sportereignis untergraben. Der Vorschlag stieß auf breiten Widerstand europäischer Fußballverbände sowie der Dachverbände Nordamerikas, Mittelamerikas und der Karibik, die öffentlich die Führung der FIFA infrage stellten.

Nach wachsendem Widerstand ließ die FIFA ihre umstrittenen Investorenpläne fallen. Das Scheitern folgte auf Opposition von UEFA, anderen nationalen Verbänden und den eigenen Beratern der FIFA. Infantino zog daraufhin den milliardenschweren Verkauf der WM-Rechte zurück. Laut der „Sun“ hätte Infantino bei Erfolg des Verkaufsplans fast eine Million Pfund pro Woche verdient. Die Zeitung bezeichnete das Vorhaben als milliardenschweren Vorschlag, der letztlich unter Druck aufgegeben wurde.

Ceferin führt Opposition an, UEFA droht mit rechtlichen Schritten

Der Hauptwiderstand gegen Gianni Infantino wurde von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin angeführt. Ceferin vereinte die europäischen Fußballverbände hinter sich während des Streits um den aufgegebenen FIFA-Plan, WM-Anteile an private Investoren zu verkaufen. Seine Koalition hielt zusammen, während die FIFA wegen der Kommerzialisierung des Turniers scharfe Kritik von UEFA und anderen Verbänden einstecken musste.

Die UEFA hat den Konflikt nun verschärft. Laut UEFA hat der Verband rechtliche Schritte sowohl gegen die FIFA als auch gegen Infantino persönlich angedroht. Die UEFA warnte Infantino zudem davor, Beweise zu vernichten, und erklärte, sie beschleunige ihre Pläne, ihn abzusetzen. Die Drohungen markieren einen tiefen Bruch zwischen dem Welt- und dem Europäischen Fußballverband und spiegeln das Ausmaß der Spaltung über die FIFA-Führung und Finanzstrategie wider.

Ceferins Fähigkeit, die europäischen Verbände zusammenzuhalten, war zentral für die Druckkampagne. Nachdem der walisische Fußballverband bereits seine Unterstützung für Infantinos Wiederwahl zurückgezogen hat, stellt sich die Frage, ob andere europäische Verbände folgen werden. Die rechtlichen Schritte der UEFA deuten darauf hin, dass sie sich auf eine längere Auseinandersetzung vorbereitet.

Die UEFA hat rechtliche Schritte gegen die FIFA und ihren Präsidenten Gianni Infantino angedroht.
UEFA source

Infantino sucht Verbündete im Trump-Umfeld und im Nahen Osten

Angesichts wachsender Widerstände aus Europa und dem transatlantischen Raum sucht Infantino Unterstützung bei Verbündeten Donald Trumps sowie bei Regierungen im Nahen Osten und Nordafrika. Laut Berichten bemüht er sich um Rückhalt aus Trumps Umfeld und aus Ländern wie Katar, Libanon und Marokko.

Die Lobbyarbeit fällt in einen anhaltenden Streit um die Weltmeisterschaft. Katar, Gastgeber des Turniers 2022, und Marokko, das gemeinsam mit Spanien und Portugal für 2030 kandidiert, haben strategische Interessen an der Ausrichtung des Fußball-Weltverbands. Der Libanon, eine kleinere Fußballnation, hat zwar begrenzten Einfluss, vergrößert aber Infantinos Kreis potenzieller Unterstützer.

Die Kontaktaufnahme zeigt, wie Infantino versucht, sich jenseits der europäischen Verbände abzusichern, die sich gegen ihn gestellt haben. Ob die Trump-Verbündeten und die Unterstützer aus dem Nahen Osten den Vertrauensverlust bei wichtigen UEFA-Mitgliedern wettmachen können, bleibt offen.

Medien- und Insiderreaktionen: ‚klammert sich fest‘ und ‚muss gehen‘

Infantino gab als Reaktion auf den Skandal eine zehn Wörter umfassende Erklärung ab, so der FIFA-Präsident. Er führte keine weiteren Details aus.

Die ‚Sun‘ berichtete, Infantino hätte bei Erfolg seines WM-Verkaufsplans fast eine Million Pfund pro Woche verdient, und bezeichnete ihn als jemanden, der sich an seinen Job klammere. Mirror.co.uk nannte die Versuche, Anteile am Turnier zu verkaufen, ‚schäbig‘ und schrieb, Infantino werde mit Sicherheit als FIFA-Präsident abgesetzt. Goal.com meldete, die UEFA arbeite an Infantinos Ablösung, nachdem sein 20-Milliarden-Dollar-Plan für WM-Investitionen gescheitert sei.

FIFA-Insidern zufolge steht fest, dass Infantino gehen muss, so Quellen innerhalb des Verbands. Die knappe Stellungnahme und die Flut an Berichten zeichnen das Bild eines Präsidenten unter Belagerung, der keine öffentliche Verteidigung seines Handelns und nur noch wenige Verbündete unter den großen Fußballverbänden hat.

Infantinos Werdegang und was als Nächstes kommt

Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident der FIFA. Zuvor war er von 2009 bis 2016 Generalsekretär der UEFA. Seit 2020 ist er Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Er besitzt die schweizerische und die italienische Staatsbürgerschaft. Nach Informationen aus FIFA-Kreisen steht Infantinos Abgang fest. Das Scheitern seines Plans, WM-Anteile an private Investoren zu verkaufen, hat seine Position massiv gefährdet. Die Fußballverbände Europas, Nordamerikas sowie Mittel- und Südamerikas haben die FIFA-Führung öffentlich infrage gestellt. Die UEFA treibt eigenen Angaben zufolge die Pläne für seine Ablösung voran. Der walisische Fußballverband (FAW) entzog als erster der 211 FIFA-Mitgliedsverbände seine Unterstützung für Infantinos Wiederwahl. Infantino selbst ließ eine zehn Worte umfassende Stellungnahme zu dem Skandal verbreiten. Die britische Boulevardzeitung The Sun schrieb, er klammere sich an seinen Posten. Mirror.co.uk berichtete, seine Ablösung gelte als so gut wie sicher.

Häufig gestellte Fragen

Warum entzog Wales Infantino die Unterstützung?

Der walisische Fußballverband hat seine Unterstützung für Gianni Infantinos Wiederwahl als FIFA-Präsident offiziell zurückgezogen. Der FAW informierte die FIFA schriftlich über diesen Schritt. Nach eigenen Angaben war der Verband der erste von 211 FIFA-Mitgliedsverbänden, der diesen Schritt unternahm.

Was war der Plan zum Verkauf der WM-Rechte?

Die FIFA erwog, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Der Plan stieß bei der UEFA und anderen Verbänden auf scharfe Kritik, die vor einer zunehmenden Kommerzialisierung warnten. Nach Widerstand von UEFA, anderen Verbänden und eigenen Beratern ließ die FIFA den Plan fallen. Infantino zog den milliardenschweren Verkauf daraufhin zurück.

Wer versucht, Infantino zu stürzen?

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin gilt als Infantinos Hauptgegner. Čeferin vereinte die europäischen Fußballverbände im Streit um die Investorenpläne der FIFA hinter sich. Nach Angaben der UEFA hat sie rechtliche Schritte gegen Infantino angedroht und treibt die Pläne zu seiner Ablösung voran.

Wie viel hätte Infantino mit dem WM-Plan verdient?

Laut ‚The Sun‘ hätte Infantino bei Erfolg seines WM-Verkaufsplans fast eine Million Pfund pro Woche verdient. Das Blatt beschrieb Infantino als jemanden, der um seinen Job kämpft. Mirror.co.uk berichtete, Infantino werde mit ziemlicher Sicherheit als FIFA-Präsident abgesetzt.

Wer unterstützt Infantino jetzt?

Infantino sucht Unterstützung bei Verbündeten von Donald Trump sowie in Ländern wie Katar, Libanon und Marokko. Diese Lobbyarbeit findet im Rahmen eines anhaltenden Streits im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft statt. Europäische Länder planten, den Druck auf Infantino zu erhöhen, indem sie ihre Unterstützungsschreiben für seine Wiederwahl zurückzogen.

Compiled from reporting by 13 independent outlets. How we source our reporting.

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