Abkommen zwischen Iran und Oman zur Straße von Hormus könnte kurz bevorstehen – doch die freie Durchfahrt bleibt fraglich

Iran und Oman könnten schon bald ein Abkommen über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus unterzeichnen. Experten zweifeln jedoch daran, dass die freie Durchfahrt durch den weltweit wichtigsten Engpass für Öl und Gas zurückkehrt.

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Iran und Oman könnten in Kürze ein Abkommen über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus unterzeichnen. Experten bezweifeln jedoch, dass dadurch die freie Durchfahrt durch den weltweit wichtigsten Engpass für Öl- und Gastransporte tatsächlich wiederhergestellt wird.

Iran und Oman könnten nach wochenlangen Verhandlungen binnen Tagen ein Abkommen zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus unterzeichnen, berichtet die Deutsche Welle. Ein schneller Durchbruch im größeren Streit um die Wasserstraße ist dagegen trotz der Hoffnungen in Washington nicht in Sicht, schreibt die New York Times. Der Iran hat zudem einen Forderungskatalog an die Vereinigten Staaten veröffentlicht und betont zugleich, ausschließlich mit Oman zu verhandeln. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gilt als weltweit wichtigster Nadelöhr für Energieexporte. Rund ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggaslieferungen passierte sie im Jahr 2024. Ihre Schließung hat die Energiemärkte erschüttert und die Produzenten in hektische Betriebsamkeit versetzt. Es geht um unmittelbare Interessen. Experten rechnen selbst bei einem Abschluss zwischen Iran und Oman nicht mit freier Durchfahrt. Katar hat nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen Pläne ausgearbeitet, die LNG-Produktion nach Wiedereröffnung der Meerenge um bis zu 80 Prozent hochzufahren. Eine Tankerkollision mit anschließendem Brand nahe der Einfahrt zur Meerenge – die laut Bloomberg nichts mit dem Iran-Krieg zu tun hatte – hat gezeigt, wie fragil die Lage bleibt.

Iran und Oman vor Einigung – doch ein Durchbruch rückt in weite Ferne

Seit Wochen verhandelt der Iran mit Oman darüber, wie die Schiffspassagen durch die Straße von Hormus geregelt werden sollen. Nach Informationen der Deutschen Welle könnten beide Seiten schon sehr bald ein Abkommen über den Schiffsverkehr durch die Meerenge unterzeichnen.

Doch die Aussichten auf eine umfassende Lösung bleiben ungewiss. Einem Bericht der New York Times zufolge, den der Spiegel zitiert, ist ein schneller Durchbruch bei den Hormus-Verhandlungen trotz der Hoffnungen in Washington unwahrscheinlich. Selbst wenn Teheran und Maskat ihre Einigung besiegeln, erwarten Experten keine freie Durchfahrt durch die Meerenge.

Auch das diplomatische Format selbst ist umstritten. Iran erklärt, nur mit dem Oman zu verhandeln – dem Golfstaat, der seit Langem als Vermittler zwischen Teheran und dem Westen dient. Die Vereinigten Staaten hingegen wollen den direkten Kontakt zu Teheran aufrechterhalten, wenn es um die Wiedereröffnung der Meerenge geht. Vorerst ist der schmale omanische Kanal der einzige, den Iran anerkennt – Washington bleibt damit außen vor bei Verhandlungen, die über eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt entscheiden.

Teherans Forderungen an Washington und der Streit darüber, wer mit wem spricht

Teheran hat einen Forderungskatalog an die Vereinigten Staaten zur Straße von Hormus veröffentlicht. Der konkrete Inhalt dieser Forderungen wurde nicht bekannt gegeben, und iranische Offizielle äußerten sich über die Existenz des Dokuments hinaus nicht im Detail.

Zugleich sind beide Seiten über das Verhandlungsformat selbst zerstritten. Iran erklärt, nur mit dem Oman zu verhandeln – dem Vermittler jenseits der Meerenge – und stellt die Gespräche als bilaterale Angelegenheit dar. Washington sieht das anders. Die Vereinigten Staaten wollen den direkten Kontakt zu Teheran aufrechterhalten, wenn es um die Wiedereröffnung der Meerenge geht, statt das Thema allein dem omanischen Kanal zu überlassen. Dieser Dissens darüber, wer am Tisch sitzen sollte, erschwert die ohnehin angespannten Verhandlungen zusätzlich – und lässt offen, wie oder ob sich die amerikanische und die iranische Position überhaupt annähern werden.

Warum ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases an der Meerenge hängt

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman im Osten. Sie ist ein schmaler Wasserweg, doch ein überproportional großer Teil der weltweiten Energieversorgung hängt von ihr ab. Die Meerenge gilt als wichtigster Nadelöhr der Welt für Öl- und Flüssigerdgas-Exporte. Zahlen aus dem Jahr 2024 zufolge passierten rund ein Fünftel der globalen Öl- und LNG-Lieferungen die Straße von Hormus. Jede Störung dort wirkt auf die Energiemärkte weit über die Region hinaus – deshalb werden die derzeitigen Verhandlungen so aufmerksam verfolgt.

Doch selbst ein diplomatischer Erfolg dürfte die Verhältnisse nicht rasch normalisieren. Experten rechnen selbst dann nicht mit einer freien Passage durch die Straße, wenn Iran und Oman ihre Einigung über die Schifffahrt unter Dach und Fach bringen. Für Tankerbetreiber, Versicherer und Energieimporteure heißt das: Die Risiken auf diesem Korridor werden mit einer Unterschrift kaum vom Tisch sein.

up to 80 percent
Geplante Hochfahrung der katarischen LNG-Produktion nach Wiedereröffnung der Straße von Hormus
roughly one fifth
Anteil der weltweiten Öl- und LNG-Transporte, die 2024 durch die Straße von Hormus gingen

Katar bereitet LNG-Schub vor – Tankerbrand sorgt für Nervosität

Katar bereitet sich auf den Moment vor, in dem die Wasserstraße wieder offen ist. Der Golfstaat hat nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen Pläne ausgearbeitet, die LNG-Produktion zügig auf bis zu 80 Prozent hochzufahren, sobald die Straße von Hormus wieder passierbar ist. Damit könnte Doha verlorene Fördermengen rasch aufholen und seine Position auf den globalen Gasmärkten zurückgewinnen.

Wie angespannt die Lage rund um die Meerenge ist, zeigte ein Unglück direkt vor ihrer Haustür. Zwei Öltanker kollidierten nahe der Einfahrt zur Straße und lösten einen Großbrand aus. Nach Informationen von Bloomberg stand das Feuer in keinem Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Wann es zu dem Zusammenstoß kam und welche Schiffe beteiligt waren, ist weiter unklar. Dennoch erinnerte der Vorfall daran, welchen Risiken die Schifffahrt in der engen Passage ausgesetzt ist – unabhängig vom diplomatischen Ausgang.

Häufige Fragen

Was ist die Straße von Hormus und warum ist sie so wichtig?

Die Straße von Hormus verbindet im Westen den Persischen Golf mit dem Golf von Oman im Osten. Sie gilt als wichtigster Engpass der Welt für den Export von Öl und Flüssigerdgas. Nach Zahlen aus dem Jahr 2024 läuft rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte durch die Meerenge – entsprechend nervös reagieren die Energiemärkte weltweit auf jede Störung dort.

Stehen Iran und Oman kurz vor einer Einigung zur Straße von Hormus?

Iran verhandelt seit Wochen mit Oman darüber, wie Schiffspassagen durch die Meerenge geregelt werden sollen. Wie die DW berichtet, könnten beide Seiten schon sehr bald ein Abkommen unterzeichnen. Einem Bericht der New York Times zufolge, den der Spiegel zitiert, zeichnet sich jedoch trotz der Hoffnungen der USA kein schneller Durchbruch ab – und Experten erwarten selbst im Falle einer Einigung keine freie Durchfahrt.

Verhandelt Iran direkt mit den USA über die Meerenge?

Nein. Iran erklärt, Gespräche ausschließlich mit Oman zu führen. Teheran hat zudem einen Forderungskatalog an die USA in Bezug auf die Meerenge veröffentlicht, während Washington den Kontakt zu Teheran wegen der Wiedereröffnung der Straße aufrechterhalten will. Der konkrete Inhalt der iranischen Forderungen ist nicht bekannt, und über den aktuellen Stand der Kontakte zwischen den USA und Iran herrscht Unklarheit.

Stand der Tankerbrand nahe der Straße von Hormus mit dem Iran-Krieg in Verbindung?

Nahe der Einfahrt zur Meerenge sind Öltanker kollidiert, was einen Großbrand auslöste. Nach Informationen von Bloomberg stand das Feuer in keinem Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Zum Zeitpunkt der Kollision und zu den beteiligten Schiffen liegen keine Angaben vor.

Was plant Katar für seine LNG-Produktion, sobald die Meerenge wieder offen ist?

Katar hat Pläne erarbeitet, die LNG-Produktion nach der Wiedereröffnung der Meerenge zügig auf 80 Prozent hochzufahren, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Der Schritt zeigt, wie stark die Flüssigerdgas-Exporte des Landes von der Wasserstraße abhängen, durch die im Jahr 2024 rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte lief.

Compiled from reporting by 5 independent outlets. How we source our reporting.

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